Glamis

Am Dienstag, 18.3. ging die Fahrt weiter nach Angus. Dort wollten wir zum Glamis-Castle. Es ist Wohnsitz des Earls und der Countess of Strathmore. Es gehört zu den größten und schönsten Schlössern Schottlands. Seit 1372 ist das Castle im Besitz der Familie.

Auf dem Weg überquerten wir die große Forth Road Bridge über den Firth of Forth. Die Brücke wurde zwischen 1958 und 1964 erbaut und war damals die größte Brücke ihrer Art in Europa. Sie ist gut 2,5 Kilometer lang und überspannt den Meeresarm zwischen den Orten North Queensferry und South Queensferry. Die Brücke besteht aus insgesamt fast 47.000 Tonnen Stahl (inklusive der fast 50.000 Kilometer Drahtseil in der Aufhängung). Von der Bücke konnte man die große Eisenbahnbrücke sehen, die über den Forht führt.

Der Weg führte uns durch die Grafschaft Fife, danach über die Städte Perth und Coupar nach Forfar. In Forfar haben wir einen "fan heater", einen Heizlüfter gekauft, da wir in Sorge waren, die Wohnmobilheizung verbraucht zu viel Gas.

Danach kam die große Schlossbesichtigung durch das Glamis-Castle. Ein Teil des Schlosses darf von Besuchern betreten werden - gegen ein hohes Eintrittsgeld von insgesamt 40 £. Wir hatten glück und konnten uns einer Führung anschließen, die die Geschichte des Schlosses, der Familie und einzelnen Räume und Sammlungen erklärte. Natürlich auf englisch - was aber doch einigermaßen zu verstehen war. Es gab den Text der Führung in deutscher Sprache zum mitlesen.

Schloss Glamis ist eines der schottischen "Geisterschlösser". So wurde uns von Edelleuten berichtet, die seit ewigen Zeiten Karten spielen müssen und von der weißen Frau, die in der Kapelle spukt. Gesehen haben wir die Gespenster nicht (die sollen ja auch erst in der Nacht auftauchen).

Im Schloss gibt es viele Hinweise auf die Verbindung der Schlossbesitzer mit der königlichen Familie. Die Mutter von Königin Elisabeth, Elizabeth Bowes-Lyon, war das neunte Kindes des 14. Earl of Strathmore and Kinghorne und verbrachte ihre Kindheit auf Schloss Glamis. Sie heiratete Georg IV, den Vater von Königin Elisabeth II. Am Abend haben wir den Campingplatz Drumshademuir aufgesucht. Ein sehr schöner und sauberer Campinkplatz mit geheizten Sanitäranlagen. Wir haben den Tischgrill ausprobiert und mitgebrachte Steaks gegrillt. Dazu unseren französischen Wein - kann es einem noch besser gehen?

Balmoral und Lochnagar

Nach dem Frühstück ging die Fahrt nach Balmoral, dem schottischen Schloss der Königsfamilie. Es war eine Fahrt mitten durch die Grampian Mountains, also eine sehr gebirgige Streckean der A93. Zunächst ging die Fahrt vorbei an Schottlands größtem Schigebiet, dem Glenshee. Danach überquerten wir den Cairnwell Pass, der in 670 m Höhe zwischen den Regionen Perthshire und Aberdeenshire bildet. Die Berge ringsherum waren noch schneebedeckt, die Skisaison aber schon offensichtlich vorbei.

Als wir beim Balmoral-Castle ankamen, war es zu unserer Überraschung noch geschlossen. Nun, die Touristensaison beginnt hier eben etwas später. Die Tür zum Schlosspark war aber (versehentlich?) geöffnet Daher haben wir den Park und das Schloss eben illegal besichtigt. Der riesige Park ist mit einem schönen alten Baumbestand versehen, die Flächen um das Castle sind gepflegter englischer Rasten. Hier lässt es sich die königliche Familie also in den Ferien gut gehen. Am Ende des ausgedehnten Spaziergangs hat uns dann doch die Parkaufsicht entdeckt und des Parks verwiesen.

Nicht weit vom Castle liegt die erste Whisky-Brennerei, die wir besichtigt haben. "Royal Lochnagar", weil man sich zu den königlichen Hoflieferanten zählt, Lochnagar nach dem Berg, aus dem das Quellwasser kommt. Die Besichtigung der Produktion war sehr interessant. Hier wurde uns genau erklärt, wie den "Lebenswasser" hergestellt wird. Nach der Besichtigung der Stills (Destillation) und des "Warehouse" (dem Lager mit hunderten von Whiskyfässern) wurde der Royal Lochnagar verkostet. Es handelt sich um einen feinen, milden Whisky, der uns sicher ebenso geschmeckt hat wie Prinz Albert, dem Ehemann von Königin Victoria, der nach dem Kauf von Balmoral Castle ein guter Kunde der Brennerei war. Zum Abschluss haben wir uns noch eine Flasche gekauft, die Reiseproviant "für lange Winterabende" sein sollte.