Skye nach Loch Lomond

Unsere Fahrt führte uns quer durch die Insel Skye in den Süden zur Stadt Armadale. In diesem Städtchen ist das Zentrum des Clan Macdonald, der hier auch ein großes Schloss besitzt. Leider war es noch geschlossen, daher haben wir es nicht besichtigen können. Wir sind nach Armadale gefahren, weil wir hier die Fähre nach Mallaig auf dem Festland nehmen wollten. Die Überfahrt dauert nur 20 Minuten und war außerordentlich teuer (46 Pfund). Nun, wir waren in Schottland und der Reeder ist vielleicht ein Angehöriger des Clans McNepp. Die Überfahrt war dennoch sehr schön, die Berge von Skye im Hintergrund und die Highlands vor uns.

Die eigendlich vorgesehen Campingplätze in der Nähe von Mallaig waren sehr schlecht. Da wir schon auf Skye auf einem Parkplatz übernachtet hatten, haben wir einen guten Platz aus dem ADAC-Campingführer herausgesucht und sind zum Loch Linnhe gefahren. Die Fahr führte durch die Highlands, vorbei an Loch Eilt, Loch Shiel und Loch Eil nach Fort William. Vorbei am Glennfinnan-Denkmal, dass an den Beginn der Jakobiten-Rebellion von 1745 erinnern soll. Vor Fort William hat man einen großartigen Blick auf den höchsten Berg Schottlands, den Ben Nevis.

Der Campinplatz "Linnhe Lochside Holidays" entsprach unseren Erwartungen. Hier war wirklich alles so, wie es sein soll. Wunderschön am Loch Linnhe gelegen, mit einwandfreien, beheizten sanitären Anlagen und Duschen. Ein Spaziergang am See, ein gutes Abendessen, eine ruhige Nacht, gutes Wetter, was will man mehr im Urlaub.

Loch Linnhe nach Oban

Am nächsten Morgen haben wir das schönste Wetter. Unsere Weiterfahrt mit dem Ziel Oban ging am Loch Linnhe entlang. Der Loch Linnhe ist kein See, sondern er ist mit dem Meer verbunden. Auf unserem Weg bemerkten wir rasch, dass sich das Klima ändert. Es wurde milder und sonniger, was natürlich nach dem rauen und unwirtlichen Skye-Klima besonders auffiel.

Eine Sehenswürdigkeit auf dem Weg war das Castle Stalker. Die kleine Burg, die schon 1320 erbaut worden sein soll, steht auf einer kleinen Felseninsel im Loch Laich, einer Bucht des Loch Linnhe. Besichtigt haben wir die Burg nicht, da sie nur mit dem Boot erreichbar ist und von der Familie Stewart (Clan Stewart) nur an wenigen Tagen im Mai, August und September zur Besichtigung zugelassen ist. Von der Straße aus konnten wir aber den herrlichen Blick auf die Burg genießen.

Gegen Mittag erreichten wir das Küstenstädtchen Oban. Hier kann man einen sehr schönen Spaziergang durch die Altstadt machen, am Hafen entlang und in der Einkaufsstraße "George Street" bummeln. Wir sind in dem schönen Fischrestaurant "Ee-Usk Seafood Restaurant" (Ee-Usk ist das gälische Wort für Fisch) essen gegangen. Es gab "Haddog" (Schellfisch) und deutsches Bier. Das Lokal ist wirklich empfehlenswert, direkt am Hafen mit Blick auf die vorgelagerten Inseln und den regen Fährverkehr.

Die Oban-Destillery haben wir nicht besichtigt, da wir das Gefühl hatten, genug übe die Herstellung von Whisky zu wissen. Wir haben in einem Supermarkt eingekauft (und auch Whisk für den Abend mitgenommen) und dann den Campingplatz gesucht.

Südlich der Stadt Oban liegt der Campingplatz "Gallanachmore Farm". Das Farmgelände ist riesig. Es sind 340 Acres (1 Acre = 4.046,85 m², also zusammen 137,6 Hektar), auf denen Schafe und Rinder weiden. Der Campingplatz ist sehr ordentlich angelegt. Besonders erfreut waren wir über einen Schwarm Flugenten, die sich um einen Teich herum versammelten. Auch die sanitären Anlagen und der Stellplatz waren sehr gut. Vom Wohnmobil aus hatten wir einen schönen Blick auf den "Sound of Kerrera, der die Insel Kerrera vom Festland trennt.

Steinkreise in Kilmartin

Am nächsten Tag wachten wir bei Dauerregen auf. Ziel war das Städtchen Inveraray in West-Argyl. Die Fahrt führte uns an Kilmartin vorbei, wo viele Ausgrabungen und Monumente aus der Steinzeit stehen. Berühmt sind die Steinkreise (wie Stonehenge, nur kleiner). Mehr als 350 Monumente liegen im oder um das Dorf. 150 von ihnen sind prähistorisch. In der Stadt gibt es ein nettes kleines Museum, in dem die Funde gezegt und erklärt werden. Sogar ein Film über die Zeit und die "standing stones" wird gezeigt.

Nach der Museumsbesichtigung sind wir (trotz Regen) hinaus aufs Feld um den Steinkreis "Temple Wood". Das Monument besteht aus einem vollkommen symmetrischen Kreis aus dreizehn Steinen. Ursprünglich waren es zwanzig Steine und vier grosse Platten in der Mitte, die eine steinerne Grabstaette bildeten.

Inveraray

Nach der Besichtigung der Steinkreise führte die Fahrt weiter nach Inveraray. Zunächst kamen win in die Bezirkshauptstadt des Distriktes Argyll, Lochgilphead. Dann ging es weiter am Ufer des Loch Fyne nach Inveraray. Die Attraktion in Inveraray ist das "Inveraray Jail", ein altes Gefängnis, das zu einem realistischen Museum ausgebaut ist. Hier ist ein Gerichtssaal originalgetreu aufgebaut, mit Puppen als Richter und Angeklagten. Auf Tonband läuft eine Gerichtsverhandlung ab. Das Gefängnis ist ebenfalls realistisch dargestellt. Die Darstellung zeigt die grausamen und unmenschlichen Haftbedingungen im 18. und 19. Jahrhundert. Auch die Bestrafung von Kindern war keine Seltenheit. Viele wurden wegen Diebstählen hart bestraft, die sie aus Hunger begangen hatten. Die Informationstafeln (auch auf Deutsch) zeigten auf, dass tausende Gefangene nach Australien verbannt wurden. Nach der Besichtigung suchten wir einen Campingplatz. Wir fanden den sehr netten Argyll-Campingplatz, der Platzwart erlaubte aber keine freie Platzwahl, sondern wies den Platz genau zu.

Am nächsten Morgen besichtigten wir das Städtchen Inveraray. Im Whisky-Shop und in den Andenkenläden haben wir etwas eingekauft. In der "Edinburgh Woolen Mill Inveraray"erstanden wir dann auch die original schottischen Mützen. Das Inveraray-Castle, der Sitz der Herzöge von Argyll (einem Zweig des Cambell-Clans) konnten wir nicht besichtigen, da es um diese Jahreszeit noch geschlossen war.

Loch Lomond

Am Nachmittag des 27. März sind wir die Strecke zwischen Inveraray und dem Loch Lomond gefahren. Vorbei am Loch Fyne, dem Loch Long führt die A83 durch das Tal Glen Croe. Am Abed erreichen wir den Loch Lomond. Wir finden nach einiger Suche den Campingplatz Balloch am Südufer des Sees. Es war ein schöner Campingplatz mit guten und sauberen Einrichtungen.

Am Abend haben wir im Städtchen Balloch einen ausgedehnten Spaziergang gemacht. Hier liegen eine Unzahl von Motorbooten, den den Bewohnern der nahegelegenen Großstadt Glasgow gehören. Der Loch Lomond gehört zu den Naherholungsgebieten dieser Stadt. Am anderen Morgen geht die Fahrt dann zu unserem letzten Ziel der Reise: Gretna Green. Die Fahrt führt zunächst durch die Stadt Glasgow, durch den dichten Verkehr war das nicht ganz einfach. Danach war der Weg einfach: einfach entlang der Autobahn M74 bis Gretna Green.