Gretna Green

Am Nachmittag kamen wir in Gretna Green an. Dieser Ort ist berühmt wegen der früheren Möglichkeit, auch Minderjährige nach schottischem Recht zu verheiraten. Die Heirat durfte nach altem Recht vom "Blacksmith" am Amboss vorgenommen werden.

Auch heute, wo das Recht des Dorfschmieds nicht mehr gilt, finden hier noch viele Heiraten statt. Wir haben eine schöne Hochzeit gesehen, in der die männlichen Gäste im Kilt anwesend waren. Natürlich ist das Ganze zu einer großen Touristenattraktion geworden. Neben der Schmiede, die ein Museum geworden ist, sind eine ganze Reihe von Shops und Cafes entstanden. Auch ein Geschäft mit schottischen Lebensmittelspezialitäten ist dabei.

Wir haben hier noch einmal Haggis gekauft und am Abend gegessen. Den Campingplatz, den wir gefunden haben, war nicht besonders gut. Aber wir haben dennoch einen schönen letzten Abend in Schottland verbracht.

Seine Bekanntheit verdankt Gretna Green dem Umstand, dass hier Minderjährige (auch Ausländer) bis 1969 ohne Erlaubnis der Erziehungsberechtigten vom Dorfschmied getraut werden konnten. Dies begann im Jahre, nachdem das britische Parlament den "Lord Hardwicke's Marriage Act" verabschiedete, der festlegte, dass für eine Heirat zwischen Minderjährigen die Einwilligung der Erziehungsberechtigten erforderlich sei. Dieses Gesetz galt aber nicht für Schottland, wo Jungen damals mit 14 Jahren und Mädchen mit 12 Jahren ohne elterliche Zustimmung heiraten konnten. Seit 1929 müssen beide Parteien mindestens 16 Jahre alt sein - eine Einwilligung der Erziehungsberechtigten ist dann aber immer noch nicht erforderlich. Dies führte zu vielen "Ausreißern", die in das erste schottische Dorf flohen, das sie erreichen konnten - Gretna Green. Die Schmiede - um das Jahr 1712 gebaut - wurde zum Zentrum dieses Heiratshandels. (wikipedia)