Elgin und Culloden

Am Morgen des Karfreitag sind wir in Richtung Inverness aufgebrochen. Zunächst ging die Fahrt nach Norden, dann an der Küste entlang bis Culloden. Auf dem Weg dahin, mussten wir einmal ganz groß einkaufen. Wir haben einen großen Supermarkt gesucht und in Elgin auch einen gefunden. Nun wurden Vorräte eingekauft. Im Supermarkt waren die Sprachprobleme gering, wir haben alles gefunden, was wir gesucht haben. Interessant war das ungewöhnliche Warenangebot. Andere Waren, andere Vorlieben, das Warenangebot war jedoch riesig. Es wurde deutlich, dass viele Waren aus dem Commonwealth of Nations, den ehemaligen Kolonien stammen.

Kurz vor Inverness liegt die Ortschaft Culloden. In dieser Moorlandschaft fand die Schlacht von Culloden statt. Auf diesem Schlachtfeld wurde 1746 das eiligst zusammengestellte schottische Heer mit nur etwa 6.000 Highlandkriegern (hauptsächlich Bauern) unter der Führung von Bonnie Prince Charlie vernichtend geschlagen. Daraufhin verlor Schottland seine verfassungsmässige Sonderstellung.

Es gibt ein Museum, in dem interessante Informationen über diese grausame Schlacht zusammengetragen und sehr gut dargestellt sind. Die britischen Truppen töteten mit einer neuen militärischen Taktik schon in den ersten 45 Minuten über 1.000 schottische Clankämpfer.

Inverness

Am Nachmittag kamen wir in Inverness an. Zuerst suchten wir den geplanten Campingplatz. Wir fanden den "Bught Park Caravan Park and Camp Site Inverness" im Süden der Stadt. Der Platz hatte vor Ostern gerade wieder geöffnet. Es handelt sich um einen etwas schlichten, aber sehr ordentlicher Platz. Allerdings mit ungeheizten sanitären Anlagen. Leider waren die Stellplätze auf dem Gras (also keine Hartplätze), was sich bei dem nassen Wetter als sehr ungünstig herausstellte. Am nächsten Morgen mussten wir mit Hilfe von John McDonald, dem sehr freundlichen Campingplatzbesitzer, auf den Weg herausgeschleppt werden.

Gegen Abend haben wir noch einen Spaziergang durch die Altstadt gemacht. Wegen Karfreitag waren aber die Geschäfte geschlossen, so dass wir uns entschlossen haben. erst am anderen Morgen eine größere Stadterkundung zu unternehmen.

Am Morgen des 22. März besichtigen wir die Stadt Inverness. In der Altstadt besuchten wir den "Victoria-Market, eine Shopping-Mall mit einer großen Zahl von kleinen Geschäften mit Juwelieren, Geschenkeshops, Blumenläden und Läden, in denen man schottische Kleidung kaufen kann. Ein Interessantes Geschäft mit Verkauf und Reparatur von Dudelsäcken (Bagpipes) befindet sich in diesem Markplatz.

Inverness verfügt aber auch über eine sehr großes, modernes Einkaufszentrum mit vielen Kaufhäusern. Im Zentrum befindet sich eine große Fläche mit verschiedenen Imbíssgeschäften (ähnlich wie im Centro in Oberhausen). Auch hier ein großer Einkaufsbummel.

Danach haben wir ausführlich die Altstadt von Inverness besichtigt. Hier befindet sich das historische Rathaus, die Burg, die Inverness Cathedral und viele alte Häuser iund Geschäfte. In der Nacht verschlechterte sich das Wetter. In Inverness hat es geschneit. Der Morgen brachte uns aber wieder trockenes, sonniges Wetter, gut für die weitere Fahrt in Richtung Loch Ness.

Great Glen

(englisch; zu deutsch etwa "Großes Tal") ist eine tektonische Verwerfung, die mitten durch Schottland verläuft und das schottische Hochland in die Grampian Mountains und die Northwest Highlands unterteilt. Der überwiegende Teil des Talgrundes ist von drei langgestreckten Seen bedeckt: westlich Loch Lochy, in der Mitte Loch Oich und östlich - als bekanntester schottischer See - Loch Ness. Die Wasserscheide befindet sich zwischen Loch Lochy und Loch Oich: Loch Oich mündet durch den River Oich in Loch Ness, das wiederum durch den River Ness mit der östlichen Meeresbucht Moray Firth verbunden ist. An seiner Mündung liegt Inverness, die Hauptstadt des Verwaltungsbezirks Highland. Das Wasser von Loch Lochy fließt hingegen in westlicher Richtung und mündet bei Fort William in den Meeresarm Loch Linnhe. Im Great Glen verläuft der Kaledonische Kanal, der - parallel zu den Flussläufen - die Seen des Great Glen mit den angrenzenden Meeresbuchten Moray Firth und Loch Linnhe verbindet und so eine Ost-West-Schiffspassage quer durch das britische Mainland ermöglicht.

 Loch Ness

Am frühen Nachmittag ging die Fahrt weiter nach Drumnadrochit, die Stadt am Loch Ness. Die Fahrt ging auf der A 82 am See entlang. Loch Ness zeigt sich hier von seiner schönsten Seite. Es sieht alles sehr romantisch aus. Das Wetter ist gut, es liegt leichter Nebel über dem See, was den Eindruck des Geheimnisvollen noch verstärkt.

In Drumnadrochit gibt es zwei sehenswürdigkeiten: "Nessi", das Ungeheuer von Loch Ness, und die Burgruine Urquhart Castle. Genau genommen ist "Nessi" keine Sehenswürdigkeit, da man an es glauben muss, auch ohne es gesehen zu haben. Dennoch lebt der ganze Ort von dieser Legende. So gibt es - an der Hauptstraße gelegen, das "Loch Ness Exhibition Centre". Da es am Abend schon geschlossen war, haben wir es nicht besichtigt. Es werden auch Fahrten auf dem See angeboten, um nach Nessi zu sehen. Natürlich gibt es jede Menge Souvenirs, die alle mit Nessi zu tun haben.

Wir haben uns nach einem Spaziergang durch Drumnadrochit unseren Campingplatz angesehen. Borlum Farm Camping ist eigentlich nur eine kleine, befestigte Fläche hinter dem Pferdestall eines Reiterhofs mit mehreren Stromanschlüssen. Die sanitären Anlagen waren zwar sauber, aber sehr alt und auch sehr kalt. Spitze war der Campingplatz nur in einem: im Preis. Von uns bekommt dieser Campingplatz kein Sternchen. Mangels einer Alternative haben wir uns entschlossen, eine Nacht hier zu verbringen.

Am Abend sind wir noch an die Ruine Urquhart Castle gefahren. Die um 1230 erbaute Burg ist eine der größten und ältesten Burganlagen in Schottland. Von hier aus hat man einen sehr schönen Blick über den See. Zur Burg gehört eine Ausstellungszentrum, das man (gegen Eintritt) durchqueren muss, um in die Ruine zu gelangen. Zum Abschluss unseres Loch Ness-Besuchs sind wir am Abend essen gegangen. In Drumnadrochit haben wir das kleine Restaurant "Fiddler's" gefunden, in dem wir uns sehr wohl gefühlt haben. Hier haben wir auf der Speisekarte das schottische Nationalgericht "Haggis" gesehen und auch probiert. Wir waren davon begeistert. Allen vorherigen Unkenrufen zum Trotz müssen wir feststellen, dass dieses Gericht hervorragend schmeckt. Haggis besteht aus dem Magen eines Schafes, paunch genannt, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird. Außerdem gab es Lachs mit Honig, Hähnchenfilet und die "Chips", zu denen wir Pommes frites sagen würden.

Eilean Donan Castle

Die Fahrt am Ostersonntag geht von Loch Ness nach der Insel Skye. Wir sind immer entlang der A87 gefahren, entlang an großartigen Seen (Loch Garry, Loch Loyne und Loch Cluanie). Wir durchqueren damit die North West Highlands.

Die A87 führt durch großartige Hochtäler wie das Glen Shiel. Umgeben von hohen Bergen geht die Fahrt entlang den schönen Seen. Auf der Nordseite sehen wir die Gebirgskette "Five Sisters of Kintail". Diese 900-1100 m hohen Berge bieten ein herrliches Bild. Am Ende dieses Hochtals befindet sich das Ort der Schlacht im Tal von Glen Shiel. Hier wurden die Truppen der jakobitischen Schotten (die sich gegen die Vorherrschaft der Briten wehrten) im Jahre 1719 beim 2. Jakobitenaufstand vollständig aufgerieben. An der Schlacht nahm auch der Volksheld Rob Roy McGregor teil.

In diesem Kampf wurde auch die Seaforth-Festung der MacRaes - Eilean Donan Castle - von Regierungsschiffen unter Beschuss genommen und dann gesprengt. Diese Burg war unser nächstes Ziel. Am Ende des Tals (nach der Glen Shield Bridge) geht es entlang dem Loch Duich zum Eilean Donan Castle am Loch Alsh. Diese Burg haben wir ausführlich innen und außen besichtigt. Die Burg wurde 1719 vollständig zerstört. Erst 1911, als Lieutenant Colonel John MacRae-Gilstrap die Insel erwarb, begann der Wiederaufbau der Burg. Nach 20 Jahren harter Arbeit erglänzte sie bei ihrer Wiedereröffnung im Jahr 1932 wieder in alter Pracht.

Von der Burg gibt es eine schöne Aussicht auf den Loch Alsh und viele Informationen über den Clan der McRaes und deren Rolle in der Geschichte (insbesondere in den schotischen Aufständen.

Isle of Skye

Der Weg zur Insel Skye führt über den Ort "Kyle of Lochlash", der - trotz des klingenden Namens - aber sehr klein und nicht sehr interessant ist. Von Kyle of Lochalsh führt aber die große Skyebridge auf die Insel.

Da wir beim Eilean Donan Castle keinen Campingplatz gefunden haben, sind wir direkt auf die Insel gefahren. Hier allerdings das gleiche Bild. In der Tourist-Auskunft gab man uns den Rat, es bei der Sligachan Campsite zu versuchen. Die war aber leider noch geschlossen.

Da es auf Skye noch sehr kalt war, haben die Campingplätze um die Jahreszeit nicht geöffnet. Unser Ziel war die Talistker Brennerei. So haben wir zunächst noch den Campingplatz Portnalong. Das ist zwar am Ende der Welt, es gibt jedoch das "Croft Bunkhouse, Bothies & Wigwams" mit angeschlossenem Campingplatz. Der war aber schon belegt, so dass wir einfach auf dem Parkplatz vor der Talisker-Brennerei übernachtet haben.

Talisker

Am nächsten Morgen weckt uns die Sonne. Ein ungewöhnliches Wetter: es wechselt alle 15 Minuten von Sonne auf Bewölkt, Nebel, Schnee und Hagel und wieder Sonnenschein. Nach dem Frühstück die Besichtigung der Brennerei Talisker. Das unternehmen beschäftigt nur 14 Mitarbeiter, die Herstellung erfolgt noch sehr traditionell. Der Whisky schmeckt hier sehr rauchig-torfig. Also nur für harte Männer. Wir haben ein Flasche gekauft, die uns bestimmt nicht von den Frauen ausgetrunken wird.

Der Talisker ist ein doppelt destillierter Single Malt. Die Produktionsstätte verfügt über fünf Brennblasen: Zwei wash stills (je 14.706 l) und drei spirit stills (je 11.024 l). Es werden noch Kondensierungsspulen statt moderner Kondenser verwendet. Angeblich sorgt dies für einen volleren Geschmack. Die Beheizung der Brennblasen wurde in neuerer Zeit von direkter Kohlebefeuerung auf Beheizung mit Wasserdampf umgestellt. Der Wasserdampf wird in einem angrenzenden Haus durch Ölbefeuerung erzeugt. Durch die Vermeidung von offenem Feuer im Stillhouse selber konnte die Brandgefahr erheblich reduziert werden. Das verwendete Malz ist äußerst torfig, der Phenolgehalt beträgt 25 ppm. Das für die Produktion verwendete Wasser, es stammt aus 14 verschiedenen Quellen, fließt ebenfalls über Torf, was den Geschmack weiter intensiviert. (Wikipedia)